© Tsekyi Thür

Zinkguss-Skulpturenlampen aus anderen Ländern

Die Figuren- und Skulpturenlampen anderer Länder sind mit den sinnlich-verspielten Figurenlampen aus Frankreich nicht zu vergleichen. Sie stellen zum Teil andere thematische Schwerpunkte und sind daher nicht minder reizvoll. Fast alle diese Lampen mussten von mir teilweise oder ganz neu bronziert werden, da ihre ursprüngliche Bronzierung zum Teil fast zur Gänze abgerieben war. 

 

Zinkguss-Skulpturenlampen aus anderen Ländern
Von links: L.152 – L.207 – L.221 – L.318 – L.126  /  L.349 – L.204 – L.311 – L.355

 

Die Lampe L.152 ist meine einzige Figurenlampe von Wild & Wessel. Eine ernst blickende, deutsche männliche Figur aus dem 15./16. Jahrhundert bezeugt die Ernsthaftigkeit dieser berühmten Berliner Manufaktur.

Die Lampe L.207 von Kästner & Töbelmann aus Erfurt gehört zu meinen schönsten Skulpturenlampen. Die Skulptur des großen Adlers, der eine Schlange in seinen Klauen hält, ist meisterhaft ausgeführt. Die Tulpe ist aus Großbritannien.

Die Lampe L.221 weist zwei vollplastische Drachen als Henkel auf und gehört damit auch zu den Skulpturenlampen, obwohl hier die mit romantischen Motiven handbemalte Vase einer deutschen Keramikmanufaktur (Franz Anton Mehlem in Bonn) im krassen Kontrast zu den martialischen Drachen für mich eher die Hauptrolle spielt. Der Tulpenschirm ist vom französischen Glashersteller Vianne.

Die große, aufwändig gebaute Zinkguss-Lampe L.318 zeigt einen Knaben mit lockigen Haaren, der auf einem herrschaftlichen Podest sitzt. Hinter dem Knaben ist eine dünne Säule in Form eines Baumstammes platziert, die das Glasbassin trägt. Ich vermute, dass diese Lampe ursprünglich eine sehr hochwertige Elektrolampe gewesen ist, denn die Möglichkeit einer versteckten Kabelführung ist hier tatsächlich gegeben. Der mächtige, dreieckige Marmorsockel gibt der Lampe zusätzlich eine statische Erhabenheit.

Die nächste Lampe, L.126 mit dem Trompete blasenden Putto, der auf einem großzügigen, barockal gestalteten Podest sitzt, dürfte von einer französischen oder deutschen Manufaktur stammen. Die schöne Tulpe mit Abbildungen weiterer Putten unterstreicht die Schönheit der Lampe besonders.

Die Lampe L.349 mit dem knienden Knaben ist eine alte Lampe von R. Ditmar in Wien. Sie ist schon in einem Katalog von 1869 abgebildet. Ich konnte die Lampe mit einem Splendidus-Brenner und –Zylinder ausstatten. Die Glastulpe ist aus Großbritannien.

L.204 ist zweifellos ein Prunkstück unter meinen Skulpturenlampen. Hier spielt die weibliche Figur nicht die dominante Rolle im Gesamtkonzept; sie ist nur ein Teil der mit üppigen Ornamenten vollgestellten Gestalt der Lampe. Diese große, prunkvolle Lampe ist vermutlich zu der Wiener Manufaktur R. Ditmar zuzuordnen. Die große, schlanke Tulpe kam aus Frankreich.

Die britische Lampe L.311 ist eine ganz klassische, hervorragend ausgeführte Figurenlampe, die zwar den beinahe obligatorischen Keramik-Sockel aufweist, aber auch eine wunderschön modellierte Frauenfigur, was relativ selten bei den britischen Lampen vorkommt. Die Dame trägt das geschliffene Glasbassin über ihrem Kopf. Die komplette Lampe könnte evtl. sogar von Hinks & Son stammen.

Eine weitere Knabenfigur als Säule in der Lampe L.355 des amerikanischen Herstellers Edward Miller isst genüsslich Trauben, während eine Ziege an seiner Seite danach schmachtet, auch einen Teil der Trauben zu bekommen. Lampen mit dieser Figur kommen auch bei einem anderen amerikanischen Hersteller (Bradley & Hubbard) vor.