© Tsekyi Thür

Erwerb von Petroleumlampen

Es gibt vier Hauptquellen zum Erwerb von Petroleumlampen:

a) Auktionshäuser
b) Antiquitätenhändler und Antik-Märkte / Antik-Messen
c) Flohmärkte und Trödler
d) Internet (eBay und andere Auktionsportale)

 

Auktionshäuser

Es gibt Auktionshäuser, die gelegentlich alte Petroleumlampen versteigern. Insbesondere wenn die Erben eines Sammlers seine Kollektion einem Auktionshaus anvertrauen, gibt es mit einem Schlag mehrere, bisweilen sehr schöne oder wertvolle Lampen im Angebot. Hier kann man gewiss eine mehr oder minder fundierte Beschreibung und Bewertung der angebotenen Lampen erwarten. Seriöse Auktionshäuser haben oft gute Sachverständige in der Hand, die die zu versteigernden Stücke fachmännisch taxieren. Ist man bei einer solchen Versteigerung erfolgreich und hat bei einer schönen Lampe den Zuschlag bekommen, kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass man nicht die „Katze im Sack“ gekauft hat. Da Auktionshäuser auf ihren Ruf bedacht sind, bieten sie sowieso nur gut erhaltene, möglicherweise komplette und authentische Stücke an, vorausgesetzt, dass sie Sachverständige haben, die nicht nur die künstlerische Beschreibung eines Objektes beherrschen (was fast immer sehr zufriedenstellend ist), sondern sich auch bei den technischen Details gut auskennen (was leider selten vorkommt).

Der Nachteil von Auktionshaus-Angeboten ist, dass natürlich viele Lampensammler mitbieten, und der Preis schnell nach oben geht. Gute, wertvolle Lampen haben ihren Preis; und gewiss ist das Geld auch gut angelegt. Aber zum Zuschlagspreis kommt dann das Aufgeld des Auktionshauses (in Deutschland knapp 25% inkl. Mehrwertsteuer; also ein Viertel des Zuschlagpreises kommt noch hinzu, um die Kopfrechnung zu erleichtern); und damit ist die Lampe am Ende doch teurer als gedacht eingekauft.

Ich habe persönlich nur in seltensten Fällen in einem Auktionshaus eine Petroleumlampe ersteigert, weil ich einfach nicht einsah, nochmal ein Viertel des Kaufpreises an das Auktionshaus abzutreten. Was jedoch nicht heißt, dass ich Sie davon abrate. Ganz im Gegenteil; ich finde, Auktionshäuser mit einem guten Ruf sind die einzige Quelle, wo man wirklich gute, wertvolle Lampen mit einer guten, fachmännischen Beschreibung und wertmäßiger Taxierung erwerben kann. Will man seine Sammlung nur mit wertvollen, überdies komplett ausgestatteten Lampen aufbauen, und damit keine Gedanken und Mühe für ihre Komplettierung aufwenden, sind die Auktionshäuser mit Sicherheit die beste Quelle. Man muss allerdings das Aufgeld als Mehrkosten akzeptieren.

 

Antiquitätenhändler und Antik-Märkte

Wertvolle, luxuriöse Petroleumlampen sind bei den Antiquitätenhändlern relativ rar; insbesondere in Deutschland muss man lange nach Händlern suchen, die gute Petroleumlampen in ihrem Angebot führen. Der Grund dürfte darin gelegen sein, dass wertvolle, künstlerisch schöne Petroleumlampen eher in großen Städten, in reich ausgestatteten Haushalten von gutbürgerlich-reichen Leuten vorhanden waren, und gerade diese  Großstädte wurden im zweiten Weltkrieg erbarmungslos kaputt bombardiert. Hunderttausende von Wohnungen und Häuser gingen durch Bomben mit  anschließenden Feuerbrünsten völlig zugrunde. Damit waren wertvolle Antiquitäten (Möbel, Kunstgegenstände, Bücher, Teppiche, etc.) für immer zerstört. Unzählige Petroleumlampen gehören mit Sicherheit auch dazu. In Frankreich und in Großbritannien ist es anders. Hier gibt es einen sehr reichen Fundus an alle möglichen Antiquitäten, da die Kriegszerstörungen nicht das Ausmaß von deutschen Städten hatten.

Findet man trotzdem eine schöne Lampe, die sogar vermutlich noch intakt ist, will der Händler gleich eine Unsumme für das Stück bekommen. Der Antiquar ist meistens der Meinung, dass er eine ungemein wertvolle Antiquität verkauft, ähnlich wie ein schöner Meißen-Teller aus dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Will man näheres über die Lampe erfahren und stellt man entsprechende Fragen, kommt schnell zu Tage, dass der Händler nicht viel über die Lampe Bescheid weiß. Er hat die Lampe vielleicht von einer Haushaltsauflösung erstanden, oder von einem früheren Besitzer, der einiges von seinem Haushalt „versilbern“ wollte. Vielleicht kann er sagen, dass die Lampe vermutlich so und so Jahre alt wäre. Aber damit erschöpft sich seine Kenntnis und Auskunft-Bereitschaft. Das ist nicht so schlimm, wenn man bereits ein versierter Sammler ist und über den Zustand der Lampe sowie über deren Bestandteile schnell eine kompetente Meinung bilden kann. Aber wenn der Händler für eine Lampe, die höchstens 350-400 Euro wert ist, gleich 850 Euro verlangt, dann ist es Zeit, von dem schönen Stück Abschied zu nehmen, denn der Händler ist selbstverständlich nicht bereit, seine eigene Preiserwartung so eklatant herunter zu schrauben.

Ich muss gestehen, die oben geschilderte Situation ist meine sehr persönliche Meinung. Es stützt sich auf meine Erfahrungen mit einigen wenigen Antiquitätenhändlern in Deutschland, wo meine und ihre Preisvorstellungen ziemlich stark divergiert haben, und ich folglich nichts erworben habe. Sie machen möglicherweise eine andere, viel positivere Erfahrung, die ich Ihnen vom Herzen wünsche. Ich hatte nur einmal Glück, und das bei einem Antikmarkt, wo es mir geglückt ist, eine alte Hinks-Lampe mit einem sehr seltenen Duplex-Brenner sehr günstig zu erwerben.

Das, was ich für Antiquitätenhändler als eine ziemlich wahrscheinliche Situation geschildert habe, nämlich wenig Ahnung und sehr überzogene Preisvorstellung, stimmt auch für Antikmärkte, denn das Angebot dort wird zum Teil von Antiquitätenhändlern bestimmt. Manche Händler erhoffen einen zusätzlichen Umsatz neben ihrem Ladengeschäft; andere haben gar keinen Laden und befahren Antikmärkte da und dort. Nur, meiner Erfahrung nach, sind Antikmärkte nicht immer voll von Antiquitätenhändlern, die nur sehr wertvolle und sehr teure Ware anbieten, sondern auch Händler mit mittelmäßigen Antiquitäten und auch moderateren Preisen warten dort auf Kundschaft. Zwar ist ihre Kenntnis über eine Petroleumlampe, die sie gerade anbieten, nicht unbedingt der Rede wert, aber die Wahrscheinlichkeit, etwas Gutes günstig zu erwerben, ist gerade bei diesen Händlern höher. Siehe das Beispiel mit meinem glücklichen Erwerb oben.

 

Flohmärkte und Trödler

Flohmärkte sind in vielen Gegenden Deutschlands wirkliche Flohmärkte ohne jeden höheren Anspruch. Das heißt, das Angebot dort ist vielfach minderwertig; es werden wertlose Haushaltsartikel, Trödelware, second hand-Bekleidung, abgegriffene Taschenbücher, und ähnliches verkauft. In solchen Flohmärkten auf gut erhaltene, gar seltene, wertvolle, antike Ware zu stoßen und sehr stark unter Wert zu kaufen, ist in den allermeisten Fällen nur eine Traumvorstellung. Hier eine wertvolle Petroleumlampe zu finden, ist wohl so wahrscheinlich wie ein Fünfer im Lotto. Es gibt aber Ausnahmen. Flohmärkte in großen Städten können eine ganz andere Qualität anbieten. Vom Hörensagen weiß ich, dass Berlin und Leipzig sehr ergiebige Quellen diesbezüglich sind (ich persönlich war noch nicht in diesen berühmten Flohmärkten; ich hoffe, eines Tages gelingt mir ein Besuch, womöglich sogar mit erfolgreichem Fund).

Das oben gesagte dürfte im Ausland anders sein. Ich durfte in Paris zweimal einen mittelgroßen Flohmarkt besuchen, und jedes Mal hätte ich dort mindestens 6-7 Petroleumlampen kaufen können, wenn ich sie hätte auch tragen können. Flohmärkte im Ausland scheinen eher Antikmärkte für breitere Bevölkerungsschichten zu sein. Allerdings muss ich auch einräumen, dass die Lampen, die ich dort hätte zu günstigem Preis erwerben können, nicht komplett waren: der Schirm fehlte immer, der Zylinder manchmal auch. Man muss also seine Erwartungen hinsichtlich Vollständigkeit, originale Authentizität, etc. herabsetzen, will man „zum Zuge“ kommen. In Flohmärkten werden keine wertvollen, kompletten Petroleumlampen angeboten, deren Wert mehrere Hundert Euro ausmacht.

 

Internet

Damit kommen wir zur letzten Quelle, die für Anbieter wie Sammler eine immer größere Bedeutung erlangt: Internet. Die amerikanische Firma eBay hat schon seit Jahren sehr erfolgreich demonstriert, wie gut man im Internet Waren jeglicher Art suchen, finden und kaufen bzw. auch verkaufen kann. Von dem durchschlagenden Erfolg dieses Internet-Portals ermuntert, haben sich auch andere ähnliche Portale (entweder lokal oder sogar international) aufgebaut, ohne jedoch den Bekanntheitsgrad von eBay zu erreichen. Sie werden auch schon geahnt haben, dass ich meine Lampen zum größten Teil in eBay gekauft habe. Ich werde versuchen, meine Gründe dazu hier zu erläutern.

Ich habe weder Zeit noch das nötige Kleingeld, um von Stadt zu Stadt, vom Händler zu Händler, von Antikmarkt zu Antikmarkt zu reisen, um eine Sammlung aufzubauen. Das Reisen kostet neben Zeit auch viel Geld, wenn man Benzinkosten, Übernachtungskosten, etc. mitberücksichtigt. Und ein Erfolg ist auch nicht garantiert; man fährt evtl. 250 km zu einem Antikmarkt, und wenn man kein Glück hat, fährt man wieder mit leeren Händen zurück. Es ist viel zeitsparender und überdies kostenlos (vom monatlichen flat-Tarif für Internet abgesehen) im Internet zu stöbern. Da kann man sogar die Kataloge von Auktionshäusern oder gar von Antiquitätenhändlern ansehen, sofern sie ihr Angebot auch im Internet darbieten.

eBay ist natürlich das denkbar größte Portal, um Waren anzubieten und nach Waren zu suchen. Und die Suche ist nicht auf einem Land beschränkt. Man kann auch in eBay-Portalen anderer Länder, z.B. in Frankreich oder USA, um nur Beispiele zu nennen, herumstöbern. Internet hat es möglich gemacht, wonach Sammler seit Generationen gesucht hatten, nämlich die Möglichkeit zu bekommen, nach einer erwünschten Ware weltweit und schnell zu suchen, und nicht in einigen wenigen Fachgeschäften in ihrer Nähe mit ihrem mehr oder weniger beschränkten Angebot.

Gewiss, das was ich oben geschildert habe, dass nämlich viele Anbieter nicht gut genug über ihre Ware Bescheid wissen und damit nicht vollständige, vielfach falsch zusammengestellte, gar zusammen „geschusterte“ Ware anbieten, ist insbesondere für eBay gültig, mehr noch, dass diese Situation in eBay eine traurige Kulmination erlangt. Somit ist eBay für Anfänger mit geringen Fachkenntnissen ein Wald voller Bäume und leider auch vieler gefährlicher Fallen. Oft ist die ersteigerte Ware, die als „komplett“ und „funktionsfähig“ beschrieben war, unvollständig und gar defekt, und man muss später Geld aufwenden, um diese Ware richtig zu komplettieren bzw. zu reparieren. Aber, und das ist wichtig zu erwähnen, die Ware wird sehr häufig mit einem sehr geringen Anfangspreis in eBay eingestellt; und die Wahrscheinlichkeit, diese Ware auch einigermaßen günstig (manchmal sogar sehr günstig!) zu bekommen, ist recht hoch.

Ich stöbere oft in eBay-Portalen von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und USA, manchmal auch von Italien oder Österreich, und finde manchmal Lampen, die interessant sind, weil sie eine ungewöhnliche Form oder einen seltenen Brenner haben, oder zu einem Typus gehören, die ich schon lange erwerben wollte, oder einfach schön sind. Dieser letzte Faktor ist für mich der wichtigste für meine Entscheidung zum Mitbieten. Oft, sogar sehr oft sind die angebotenen Petroleumlampen unvollständig; in fast allen Fällen werden sie ohne Schirm angeboten, manchmal auch ohne Zylinder, öfter auch mal mit dem falschen Zylinder. Sie sind damit – auch wenn sie als „komplett“ bezeichnet werden – nur ein Torso, ein Lampenkörper, den man jetzt umständlich komplettieren muss.

Wenn die ersteigerte Ware per Postpaket kommt, ist die Lampe manchmal in erbarmungswürdigem Zustand, weil sie völlig verdreckt ist, der Petroleumtank ist innen verkrustet, der Brenner verharzt, so dass das Dochtrad nicht bedient werden kann. Erst müssen die Lampenteile soweit möglich auseinander genommen und sorgfältig gereinigt werden. Nach möglicherweise notwendigen Reparaturarbeiten muss man sich entscheiden, welche Schirmart am besten passen könnte, damit die Lampe später harmonisch in Dimension, Farbe und Stil erscheint. Die Suche nach einem passenden Schirm öffnet eine neue Phase des Stöberns und Abwiegens in eBay. Das kann sehr viel Spaß machen und dem Sammeltrieb eine neue Dimension öffnen, nämlich die Vervollständigung eines alten Stückes nach eigenem Geschmack und eigener Vorstellung.

Wenn ich eine alte Petroleumlampe in eBay ersteigert habe und sie schließlich in meinen Händen halte, habe ich das Gefühl, ein Stück menschlicher Geschichte zu berühren. Die Lampen sind meistens 100 Jahre und mehr alt. Die Vorstellung davon, wie viele Menschen diese Lampe besessen, sie angezündet, bei ihrem Licht gearbeitet, gelesen, gebetet und gegessen haben, füllt mich mit Ehrfurcht. Die früheren Besitzer sind schon lange tot, aber die Lampe in meinen Händen hat die Zeiten irgendwie überlebt, Kriege und Zerstörungswut der Menschen überstanden, Generationen Licht geschenkt, um irgendwann mal missachtet zu einem Keller oder Dachboden gebracht und vergessen zu werden. Sie sind verdreckt, der Zylinder ist verrußt, der Glasschirm ist zerbrochen und ihr Licht ist erloschen… Die Menschen brauchen sie nicht mehr; sie sind ein Relikt aus alter, rückständiger Zeit.

Wenn ich eine solche Lampe reinige und wieder zusammensetze, wenn ich den vollständig schwarz angelaufenen Brenner zu neuem Hochglanz aufpoliere, wenn ich den fehlenden Zylinder ergänze, dann habe ich das innere Gefühl, dass ich der totgeglaubten Lampe neues Leben einhauche. Ich weiß, das klingt ziemlich romantisch, sogar fast esoterisch, und manch ein rationaler Mensch würde darüber lächelnd den Kopf schütteln, aber es ist wahr was ich hier schreibe. Ohne dieses Gefühl – gar Mitgefühl – ist jedes Sammeln eher ein hohles Besitzen-wollen, Zusammen-raffen, Aufeinander-häufen. Erst diese liebevolle Arbeit des Reinigens und Reparierens, des Polierens und Ergänzens macht aus dem erworbenen Stück ein eigenes Stück. Ich habe dann das Gefühl, diese eine Lampe nicht erworben, sondern neu erschaffen zu haben. Sie bekommt durch meiner Hände Arbeit neues Leben. Und später, wenn es mir gelungen ist, einen passenden Schirm zu der Lampe zu bekommen, und kurz daraufhin die Lampe nach sehr langer Zeit wieder ihren Schein sendet, da ich sie mit Petroleum gefüllt und angezündet habe, wenn sie in ihrer ganzen Schönheit (auch einfache Lampen können schön sein!) glänzt und erstrahlt, durch ihren neuen Schirm ein mystisch-schönes, altmodisch-romantisches Licht in die Welt sendet, dann spüre ich auch, dass sie ihre alte Würde wieder gefunden hat. Sie ist kein verdrecktes, eher zum Wegschmeißen geeignetes Stück, sondern eine künstlerisch und handwerklich schön gearbeitete, jedem modernen Raum ein Stück Nostalgie einhauchende, alte, mehr noch altehrwürdige Lampe.

Genau diese Dimension meiner Sammlerseele macht eBay ein begehrter Jagdgrund für mich. Die anfängliche Unkenntnis und Unsicherheit sind zum größten Teil verschwunden, und ich erkenne, ob das angebotene Exemplar etwas Wertvolles (nicht im Sinne des Geldes, sondern von ihrer Historie oder Herkunft her), etwas Ausbaufähiges ist. Manchmal wird in eBay eine wirklich seltene, wertvolle Lampe angeboten. Und diese Lampen bekommen hohe Zuschlagspreise, denn viele andere Sammler sind genau wie ich erstrebt, die Lampe für sich zu ersteigern. Dann geht der Preis weit darüber, was man selber bereit ist, für die Lampe auszugeben. Dann muss man seine Niederlage akzeptieren (ich habe viele Niederlagen erlebt, aber auch viele Siege davon getragen!). Trotzdem habe ich einige meiner schönsten und wertvollsten Lampen in eBay ersteigert.

Ich hoffe, ich konnte meine Beweggründe einigermaßen erklären, warum ich eBay als meine ganz persönliche Hauptquelle ersonnen habe, trotz aller Unwägbarkeiten und unangenehmen Überraschungen, die hier immer wieder vorkommen.

Ich muss hier für „Neulinge“ einräumen: Die Versandkosten aus dem Ausland sind happig. Was in Deutschland für knappe 7-10 Euro per Paket versendet wird, kostet aus dem europäischen Ausland nicht selten 30-40 Euro, aus der Übersee noch einiges mehr (je nach Gewicht). Es ist dabei ziemlich gleichgültig, ob die Ware aus einem sehr grenznahen Gebiet des Auslandes versendet wird; grenzüberquerende Paketpost ist unverhältnismäßig teuer. Das muss man vor Augen halten, wenn man aus dem Ausland etwas erwirbt und per Post nach Hause schicken lässt. Will man gar eine Lampe aus einem Land verschickt bekommen, das nicht zur Europäischen Union gehört, kommen zu den hohen Versandkosten zusätzlich Zollgebühren hinzu! Bedauerlicherweise gehören die Schweiz, die USA, Kanada und leider jetzt auch Großbritannien zu solchen Ländern, und der deutsche Zoll verlangt 19% der Gesamtkosten (also Kaufpreis + Versandkosten) als Mehrwertsteuer! Damit wird jedem Leser schnell klar: Eine wertvolle Petroleumlampe aus den USA kostet erheblich mehr als den Kaufpreis!

Neben den oben besprochenen Erwerbsquellen für Petroleumlampen gibt es noch einige andere Möglichkeiten: Man kann eine Lampe geschenkt bekommen oder erben, man kann Lampen von einem anderen Sammler abkaufen, und desgleichen mehr.


Lumière de L’Œil von Monsieur Ara

Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, alte Lampen bei meinem Freund Ara Kebapcioglu in Paris zu erwerben! Er ist meines Wissens der einzige, der ein Antiquitätengeschäft nur mit alten Lampen betreibt. Damit ist er ein auf Lampen spezialisierter Antiquitätenhändler, und einer, der wirklich alles über dieses Sammelgebiet weiß. Er hat die vorhandene und erhältliche Literatur über alte Lampen und Beleuchtungstechnik akribisch studiert; mit über 800 Büchern, Prospekten, Zeitschriften, Katalogen, etc. über Lampen hat er eine wertvolle Handbibliothek aufgebaut. Sein Laden ist wirklich voll mit allen unterschiedlichen Sorten von alten Lampen; er verkauft nicht nur Petroleumlampen, sondern auch alte Gaslampen, Spirituslampen, sogar Elektrolampen.

Ein spezielles Gebiet sind seine Lampen mit einem Behang von Glasperlen („Fransen-Lampen“), die er nach alten Vorlagen oder nach seinen eigenen Entwürfen in mühsamer Handarbeit selbst zusammenstellt. Im hinteren Teil seines Ladens hat er ein kleines Museum aufgebaut, wo er alle möglichen Brenner, Zylinder, etc. ausgestellt hat. Er organisiert Sonderausstellungen in Museen; er schreibt Fachartikel in Museumskatalogen, Zeitschriften, Fachbüchern; er erzählt in TV-Aufnahmen über die letzten Gaslampen in der Straßenbeleuchtung von Paris; seine Kompetenz ist allgemein anerkannt. Seine Lampen zum Verkauf sind alle komplett und vollständig; er repariert Lampen sehr kompetent und berät Kunden bei aufkommenden Fragen. Allerdings, als echter Antiquitätenhändler verlangt er auch hohe Preise, das muss man wissen. Schnäppchen kann man bei ihm nicht machen; dafür erwirbt man aber Lampen, die sehr authentisch komplettiert worden sind und perfekt funktionieren.

Ich kann jedem, der in Paris ist und interessiert ist an Lampen, ihn als sehr belesene Person und seinen kleinen Laden als eine Schatztruhe wärmstens empfehlen. Interessierte aus Deutschland ohne Französisch-Kenntnisse werden überrascht sein: Ara spricht ein perfektes, gepflegtes Deutsch! Wenn Ihnen der Weg nach Paris zu weit erscheint, dann können Sie wenigstens seine Website anschauen; sie ist viersprachig angelegt: Französisch, Englisch, Deutsch und Türkisch.

Adresse: 4 rue Flatters – 75005 Paris
www.lumieredeloeil.com