© Tsekyi Thür

Taxierung von Petroleumlampen

Wer kennt diese Situation nicht? Man sieht ein tolles Stück, sei es ein Sammelobjekt, ein nicht alltäglicher Gebrauchsgegenstand, irgendein Produkt mit einem außergewöhnlichen Design, usw., und fragt sich, ob der dafür geforderte Preis gerechtfertigt ist. Mal erscheint uns der Preis überteuert, mal kommt es uns als ein „Schnäppchen“ vor, je nachdem, wie wir das Objekt wertmäßig taxieren. In dem Augenblick handeln wir gewiss subjektiv; weiterführend wäre natürlich eine gesicherte, über Fakten gestützte, objektive Taxierung.

Damit kommen wir bei den Petroleumlampen nach deren Datierung zu einem weiteren Dilemma: Die Schätzung ihres Wertes! Die einigermaßen objektive wertmäßige Taxierung einer Lampe ist noch viel schwieriger als ihre Datierung. Zunächst einmal ist es zu akzeptieren, dass wie immer Angebot und Nachfrage den Marktwert einer Antiquität bestimmen. Sind sehr viele Sammler mit dickeren Geldbeuteln unterwegs, dann sind weit höhere Preise zu erzielen als in den Zeiten, bei denen das eine Sammelgebiet ziemlich aus der Mode gekommen ist. Ich erinnere mich daran, dass z.B. in den 1960-70’er Jahren die große Nachfrage nach echt antiken Zinntellern der Barockzeit den Markt leergefegt hatte. Heute sind die gleichen Zinnteller eher als Ladenhüter bei den Antiquitätenhändlern zu betrachten.

Neben der Nachfrage auf dem Markt spielt natürlich das Alter, die originale Erhaltung, die Authentizität, die Provenienz einer Lampe eine gewichtige Rolle. Größe und reiche, aufwändige Gestaltung, Bestückung mit seltenen Brennern und ihren Original-Zylindern und unzählige andere Faktoren können ebenfalls eine maßgebliche Rolle bei der Taxierung spielen.

Jetzt etwas Wichtiges, was man beachten sollte, wenn die Frage nach Originalität einer Lampe erhoben wird: Die Petroleumlampen sind damals, als sie neu hergestellt waren, sowohl komplett mit Schirm als auch ohne Schirm vermarktet worden. Der Kunde hatte damit die Freiheit, aus dem Schirm-Angebot des Lampenherstellers oder –Händlers einen nach seinem Geschmack passenden Schirm zu seiner Lampe auszuwählen. Da gab es Dutzende Glastulpen, Glaskugeln und gar bemalte und unbemalte Vesta-Schirme im Angebot. Manche Hersteller gingen sogar noch einen Schritt weiter und überließen auch die Brenner-Auswahl ihrer Kundschaft. Ich habe alte Lampenkataloge gesehen, wo sehr viele Lampen ohne Brenner, Zylinder und Schirm mit ihren Preisen abgebildet sind. Folglich konnte der Kunde seine Lampe nach eigenem Gutdünken (und nach der „Dicke“ seiner Geldbörse) selbst zusammenstellen. Man sollte auch beachten, dass Glasschirme jedweder Art neben den Glaszylindern zu den am häufigsten zerbrochenen Teilen der Lampen gehörten; man musste ja jedes Mal Schirm und Zylinder abnehmen um den Brenner anzuzünden, und sie danach wieder aufsetzen. Geschah ein Bruch, musste der Lampenbesitzer den zerbrochenen Teil mit einem neuen ersetzen, aber die Originalteile waren wahrscheinlich nicht mehr vorrätig. Also hat er ein anderes Exemplar gekauft. Was bei den Glaszylindern nicht sehr problematisch war, da der Händler gewiss wusste, zu welchem Brenner er welchen Zylinder zu verkaufen hatte, hat das bei den Schirmen doch zu einer Veränderung, im schlimmsten Fall zur Stilvermischung geführt. Fazit: Völlig original erhaltene Lampen sind eine wirkliche Rarität; und den Beweis dafür kann man höchstens aus Bildern in alten Katalogen führen. Nach meiner subjektiven Meinung gibt es kaum noch wirklich original erhaltene Lampen.

Damit ist die Frage der Originalität ziemlich abgehandelt. Aber was ist mit der Authentizität? Eine Lampe ist für mich mehr oder minder authentisch, wenn alle Bestandteile zumindest aus der gleichen Zeitperiode stammen, auch wenn sie nicht Originalteile der Lampe sind. Wenn ich den defekten Kosmos-Brenner einer alten Lampe mit einem völlig neu hergestellten Kosmos-Brenner austausche, anstatt einen doch alten Brenner, gar mit der gleichen Marke des Defekten als Ersatz zu suchen, dann verletzte ich die Authentizität dieser Lampe nicht unerheblich. Bei einer Lampe, deren Hersteller einwandfrei bekannt ist, sollte man nicht irgendeinen Brenner eines ganz anderen Herstellers einsetzen, wenn man die Authentizität dieser Lampe bewahren will. Das gleiche gilt für Schirme: Eine moderne Jugendstil-Lampe von ca. 1910 bestückt man eben nicht mit einem alten Kugelschirm von den Modérateur-Lampen. Dass es nicht immer gelingen kann, den fehlenden oder kaputten Teil einer Lampe mit einem authentischen, alters- und stilmäßig sehr gut passenden Ersatzteil zu ersetzen, ist mir wohl bewusst. Zumindest bei hochwertigen, seltenen Lampen sollte der Sammler doch darauf achten, die Authentizität der Lampe nach Möglichkeit zu bewahren.

Es gibt Lampen, die vielfach durch ihre Berühmtheit mit hohen Preisen gehandelt werden, wie z.B. die „Vesta-Lampe“ von Wild & Wessel. Andere, sehr viel seltenere Lampen gehen dagegen vielleicht „weit unter Wert“ über die Ladentheke, da keiner sich für die interessiert. Es gibt Lampen, die eine unbeschreiblich große Sammlergemeinschaft in ihren Bann ziehen, wie z.B. Aladdin-Lampen in USA, obwohl sie über keinerlei künstlerischen Wert verfügen, da sie oft und in großen Mengen aus schnödem Pressglas hergestellt wurden. Eine solche Lampe, die in Europa nicht einmal für 50 Euro einen Abnehmer findet, kann möglicherweise das Zehnfache davon erbringen, wenn sie in USA angeboten wird. Dabei haben die Aladdin-Lampen wirklich keinen Seltenheitswert, wenn man von einer ganz speziellen Farbe oder von einer bestimmten Form absieht.

Über kurz oder lang muss man doch konstatieren, dass eine objektive Taxierung einer Lampe wirklich schwierig ist. Steht man vor einem Angebot, muss man doch selber herausfinden, ob man bereit ist, den geforderten Preis zu zahlen. Das hat weniger mit dem tatsächlichen Wert der Lampe zu tun, sondern vielmehr mit dem Maß des persönlichen „Habenwollens“ und mit der „Dicke“ der eigenen Geldbörse. Auch in den Auktionshäusern und bei eBay-Auktionen gilt das Gleiche: Man muss zunächst mit sich selbst über die maximale Höhe des Betrags einig werden, den man bereit ist zu zahlen, auch wenn es vielleicht einiges an Schmerzen bereitet. Diese selbst bestimmte maximale Höhe des Preises, die sog. definitive Schmerzgrenze,  ist der subjektiv tatsächliche Wert der Lampe, und zwar in dem Augenblick des Angebots und nur für den Kaufwilligen selbst. Zu anderen Zeiten, in anderen Umständen, bei anderen Leuten wird sich dieser Wert auf einer anderen Ebene einpendeln, die wesentlich höher oder niedriger liegen kann als zum Zeitpunkt des Erwerbs. Ich habe in meiner Sammlung Lampen, über deren Einkaufspreis, den ich bezahlt habe, ich heute nur noch zweifelnd den Kopf schütteln kann, weil er wesentlich höher liegt als das, was ich bereit wäre, heute für diese Lampen zu zahlen. Andererseits gab es auch Lampen, die ich nicht ersteigert habe, da der Preis mir damals viel zu hoch erschien, und heute bereue ich mein damaliges Unvermögen ganz aufrichtig, denn jetzt wäre ich bereit, sogar erheblich mehr für diese Lampen zu bezahlen, wenn sie erneut angeboten wären…

Damit ist fast alles gesagt, was die Taxierung einer Lampe (oder einer anderen Antiquität) angeht. Man sollte Antiquitäten sammeln, weil sie schön sind und das Herz erfreuen, und nicht, weil sie eine Geldanlage darstellen. Als Geldanlage dienen nur solche Stücke, die tatsächlich sehr alt und museal, vielleicht von berühmter Hand, oder gar einmalig sind und viele Sammler (oder auch Museen) bereit sind, doch ein Vermögen für sie zu investieren. Die Petroleumlampen gehören meines Erachtens nicht zu solchen Objekten, die ihren Wert nach 10 Jahren glatt verdoppeln, um das mal salopp auszudrücken.

Es ist ihre leichte Veränderlichkeit durch vielfaches, dilettantisches Ersetzen der Lampenteile im Laufe ihres Lampenlebens, die den wertmäßigen Antiquitätenstatus der Petroleumlampen schon früh untergraben hat. Eine Jugendstil-Vase aus dem Hause Gallé kann man nicht verändern; sie ist ein authentisches Stück erlesener Handarbeit von ihrer Geburt an, und sie bleibt ein begehrenswertes Objekt auch für viele kommende Generationen, da sie von Anfang an das war und bleiben wird, was sie ist: eine Gallé-Vase… Ähnliches kann man von vielen anderen Sammelobjekten behaupten, sobald sie ihren Status als begehrenswerte Antiquitäten über Generationen hinweg behalten. Die Petroleumlampen müssen sich diesen Status erst erkämpfen, dafür gibt es allerdings leider sehr wenige, authentisch gebliebene Exemplare. Die große Masse der angebotenen Stücke ist doch sehr oft verändert, zerstückelt, anonymisiert, also offen gesagt, regelrecht „vermasselt“ worden. Meiner bescheidenen Meinung nach können nur ganz wenige Petroleumlampen von ausgesuchter Schönheit und klar nachweisbarer Provenienz als Geldanlage dienen. Der von „Otto Normalverbraucher“ finanziell erreichbare Rest kann zwar auch sehr schön sein (oder erst unter kundigen, wohlwollenden Händen schön werden), aber als Geldanlage taugen diese Stücke doch kaum.

Der echte Sammler sammelt eher nur, um schöne Stücke um sich zu haben und sich daran zu erfreuen. Sammelleidenschaft hört dann auf, wenn man Dollarzeichen in den Augen hat, da man mit dem gerade erworbenen Stück nachher sehr viel Geld verdienen will.

 

Meine persönlichen Kriterien zur Wertstellung

Wie oben recht anschaulich beschrieben, ist die wertmäßige Taxierung einer Lampe eher eine subjektive, persönliche Angelegenheit. Jeder Sammler hat seine ganz persönlichen Kriterien zur Wertstellung, und seine Sammlung wiederspiegelt seine Vorlieben und Interessen.

Hier möchte ich meine persönlichen Kriterien darlegen, die meiner Meinung nach bei der Gesamtwertigkeit einer Petroleumlampe eine nicht vernachlässigbare Rolle spielen. Dabei muss ich betonen, dass mich künstlerische bzw. kunsthandwerkliche Attribute einer Lampe mehr faszinieren und anziehen als ihre technischen Raffinessen. Jede Lampe (und auch jeder Glasschirm), bei deren Anfertigung sehr viel „hochwertige Handarbeit“ geleistet werden muss, ist in meinen Augen wertvoller als Lampen, die vielleicht einen seltenen, außergewöhnlichen Brenner tragen. Ich will damit keine Maxime aufstellen; „Ausnahmen bestätigen die Regel“ sagt man. Ich habe auch einige wenige Lampen, die in künstlerisch-ästhetischer Hinsicht keine hochwertigen Lampen sind, aber brenntechnisch selten zu findende Exemplare darstellen (z.B. die Triumphlampe L.333 von Ehrich & Graetz mit einer außergewöhnlichen Flammscheibe, die wohl fast immer verloren gegangen ist).

Ich versuche hier die Merkmale aufzulisten, die für mich wertvolle Lampen kennzeichnen:

Alle sehr fein handbemalten Porzellane, Gläser und Majolika-Gefäße sind Ergebnisse von höchster künstlerischer wie kunsthandwerklicher Arbeit. Dafür muss zunächst ein Künstler einen Entwurf anfertigen, Maler müssen den Entwurf mit feinsten Pinselstrichen auf den entsprechenden Objekten malen, Formenhersteller müssen Formen für reliefierte Majolika-Objekte oder Glasgefäße verfertigen, die bemalten Objekte müssen erneut eingebrannt und anschließend glasiert werden, usw. Nur wer sich in solchen handwerklichen Techniken etwas kundig gemacht hat, kann den immensen Arbeitsaufwand dahinter verstehen.

Sehr arbeitsaufwändige Veredelungstechniken wie Emailmalerei mit den uralten Techniken von Cloisonné und Champlevé auf Metallkörpern ergeben sehr hochwertige Erzeugnisse, die ebenfalls im Wert höher taxiert werden müssten als nur in Form gegossene bzw. geprägte Metallobjekte.

Glasbassins und Glasschirme, die mit manuell angebrachten Schliffmustern oder Gravuren verziert sind, bzw. mit aufwändigen, mehrstufigen Ätzungen veredelt wurden, sind ebenfalls hochwertige Erzeugnisse. Jedes einzelne von diesen Stücken muss von einem Glasschleifer einzeln bearbeitet bzw. von Experten der Ätzkunst stufenweise geätzt werden. Auch die weniger wertvollen Produkte aus Pressglas erfordern eine künstlerisch wie handwerklich anspruchsvolle Vorarbeit eines Künstlers für den Entwurf und eines Formenherstellers für die entsprechende Pressform.

Die von vielen Sammlern eher verschmähten Zinkguss-Lampen bedürfen ebenfalls einer aufwändigen Vorarbeit für den künstlerischen Entwurf sowie für die nicht zu vernachlässigenden Herstellungsprozesse der metallischen Gießformen. Hochwertige Zinkguss-Lampen bestehen oft aus mehreren Teilen. Zum Teil werden ebenso kunstvoll gegossene Henkel daran montiert. Alle diese Teile müssen nach dem Guss einzeln manuell entgrätet werden, d.h. die Gussnähte der Gießformen werden abgeschliffen und Oberflächen werden geglättet. Anschließend werden diese Teile noch galvanisch bronziert und zusammenmontiert.

Diese Kriterien kann man folgendermaßen zusammenfassen: Je mehr handwerkliche Schritte eine Lampe benötigt, umso wertvoller ist sie. Dabei sind die nicht nur sehr arbeitsaufwändigen, sondern auch in künstlerischer Hinsicht wertvollen Techniken wie manuelles Bemalen oder Schleifen höher zu bewerten. Bei manchen Lampen in meiner Sammlung wurde so viel handwerkliche Arbeit realisiert, dass sie heute entweder kaum noch hergestellt werden könnten oder unverhältnismäßig teuer würden.

Neben den oben geschilderten Wertkriterien sind allerdings andere, viel profanere Punkte auch wichtig, deren Beachtung nicht jedem leichtfällt. Diese Kriterien befassen sich eher mit der Bestandsaufnahme der einzelnen Lampenteile und ihrem Zustand. Beschädigte, nicht vorhandene, selten zu beschaffende, dilettantisch und unsachgemäß zusammengefügte Teile einer Lampe sind in diesem Zusammenhang eher von Wichtigkeit als deren kunsthandwerkliche Wertigkeit. Ich will sie hier kurz anreißen:

Ist die Lampe komplett, d.h. ist alles, was zu einer hochwertigen Lampe gehört, wie Brenner, Glaszylinder, Schirm, etc., auch vorhanden? Und falls vorhanden, sind sie stilistisch und authentisch passend? Falls nicht existent, kann man diese Teile finden und erwerben?

War die Lampe evtl. früher elektrifiziert? Sind Löcher am Metall- oder Steinsockel zu sehen, die für Elektrokabel nachträglich gebohrt worden sind? Gibt es andere Beschädigungen an der Lampe (z.B. gebohrte Metallbassins, zerstörte Glasbassins, teilweise abgesägte, verlötete Brenner, angebrachte Elektroschalter) infolge der Elektrifizierung?

Ist die angebotene Zinkguss-Lampe komplett mit ihrem Glasbassin? Die versteckt angebrachten Glasbassins sind manchmal zerbrochen oder entfernt, um die Lampe zu elektrifizieren. Gibt es eine Möglichkeit, ein solches, in den Maßen gut passendes Bassin zu finden? Bei manchen anderen Zinkguss-Lampen ist der Deckel des Bassins nicht original zur Lampe gehörend, da er ein anderes Verzierungsmuster aufweist. Bei original zusammengehörenden Zinkguss-Lampen sind die Dekorationsmuster des Deckels und des übrigen Lampenkörpers aufeinander abgestimmt. Sieht man das bei den Fotos der angebotenen Lampe?

Gibt es zerbrochene, verbogene, verbeulte Stellen bei den Metallkörpern? Ist eine Reparatur evtl. möglich? Gibt es Risse, abgeplatzte Stellen, zerbrochene Teile bei den keramischen Lampenteilen?

Wie sieht es aus mit dem Farbfinish der Lampe? Ist die Bronzierung der Zinkgussteile noch einigermaßen intakt oder stark abgerieben? Gibt es viel Grünspan bei Messingteilen? Ist die künstlerisch angebrachte Patinafarbe an den Skulpturen noch vorhanden oder muss ausgebessert werden?

Falls eine Lampe mit einem Brenner angeboten wird, welcher Art ist dieser Brenner? Große Brenner erfordern sehr oft speziell für sie angefertigte Flammscheiben. Ist die Flammscheibe vorhanden? Hat der Brennerkorb Beschädigungen wie Dellen oder gar Löcher für Elektrokabel? Ist das Dochtrad unbeschädigt und funktionierend? Besteht der Brenner aus original zusammengehörenden Teilen oder wurde er von unterschiedlichen Brennern unsachgemäß zusammengefügt?

Manch seltener Brenner erfordert einen speziell dafür entworfenen, selten zu findenden Glaszylinder. Hat man einen solchen Zylinder zu Hand? Manche Central Vulkan-Brenner werden ohne Dochte angeboten. Die für sie erforderlichen Dochte sind nochmal seltener als der Brenner selbst. Wird man den Docht irgendwo bekommen können? Das gilt auch uneingeschränkt für die Saugdochte der Sonnenbrenner von R. Ditmar.

Die überwiegende Zahl der Lampen wird zumindest bei eBay ohne einen Schirm angeboten, obwohl ein passender Schirm dazu gehört. Wenn das der Fall ist, welche Art Schirm passt zur Lampe? Ist man in der Lage, einen stilistisch passenden, gar hochwertig angefertigten Schirm zu finden bzw. zu erwerben?

Zuletzt kommen auch andere Kriterien in Betracht, die mit der Provenienz der Lampe zu tun haben. Ist die Lampe als Erzeugnis einer berühmten Manufaktur identifizierbar? Ist sie sogar ganz berühmt und alleine deswegen schon begehrenswert? Wenn ja, hat die Lampe noch den Original-Brenner der gleichen Manufaktur oder muss man ihn erst dazu beschaffen? Ist die Lampe in Katalogen abgebildet? Wird man die Lampe dem Katalogbild entsprechend vervollständigen können?

Hat die Lampe die Signatur eines Künstlers, der entweder die gesamte Lampe oder zumindest die Skulptur der Lampe entworfen hat? Trägt die Lampe das Zeichen einer Gießwerkstatt oder Qualitätssignum einer besonderen Zunft?

Hat die Lampe eine bekannte Geschichte? Hat die Lampe möglicherweise im Haus einer berühmten Person gestanden? War sie vielleicht Bestandteil eines adeligen, fürstlichen Hauses? Gehörte sie zur Sammlung eines berühmten Sammlers? Ist die Lampe das Geschenk von jemandem, den wir besonders lieben und schätzen, oder ist sie gar ein Erbstück der eigenen Familie, und damit in ihrem ideellen Wert unschätzbar hochwertig?

Fragen über Fragen. Manche davon werden nicht relevant sein, manche auch kaum zu beantworten. Aber alle diese Kriterien (manche mehr, manche weniger, manche nicht zutreffend, andere vielleicht ganz wichtig) spielen bei der subjektiven Taxierung einer Lampe eine Rolle. Jeder Sammler muss seine eigene Priorisierung dieser und möglicherweise weiterer Kriterien vornehmen und danach handeln.