© Tsekyi Thür

Lampen vorwiegend aus Metall

In diesem Unterkapitel habe ich meine restlichen französischen Lampen zusammengefasst, deren gemeinsame Eigenschaft ist, dass sie entweder ganz oder teilweise aus Metall bestehen. Das verwendete Metall ist meistens Messing, entweder als Blech oder in gegossener Form. Es gibt auch einige wenige Zinkguss-Lampen. Man merkt schon, dass Zinkguss bei den französischen Lampen spärlich verwendet wurde; nur die Skulpturenlampen sind immer aus Zinkguss geformt.

Den Auftakt mache ich mit Lampen, deren Lampenkörper komplett aus Metall besteht.

 

Französische Lampen, komplett aus Messing bzw. Zinkguss
Von links: L.058 – L.171 – L.112 / L.357 – L.003 – L.307 – L.278

 

Die ersten vier Lampen auf dem Foto sind komplett aus Messing. L.058 ist eine hochwertige Lampe komplett aus Messingguss, zum größten Teil qualitativ hochwertige, durchbrochene Arbeit. Bei dieser Lampe habe ich einen 16‘‘‘ Reform-Kosmos-Brenner von Schuster & Baer installiert. Der Kugelschirm ist eine neue Produktion aus Polen.

L.171 war früher Teil einer Hängelampe. Hier ist die Vase aus durchbrochenem Messingguss, äußerst akkurat aus 9 gleichen Elementen mit einem tollen Muster zusammengeschweißt. Ein Central Vulkan-Brenner und eine britische Tulpe unterstreichen die Wertigkeit dieser Lampe.

L.112 besteht aus einer Sockel/Säule-kombination aus Messingguss und einem Petroleumtank aus geprägtem Messingblech. Die Ornamentierung ist im Empire-Stil. Die Tulpe ist von St. Louis.

Auch die nächste Lampe, L.357, ist eine Einsatzlampe für Hängelampen. Sie ist komplett aus sehr plastisch geprägtem Messingblech, dessen präzise Reliefstruktur an die alten Modérateur-Lampen aus gedrücktem Messingblech erinnert. Der Vesta-Schirm aus ebenso stark strukturiertem Pressglas ist aus Großbritannien.

Ich muss gestehen, das eigentliche Material der Lampe L.003 ist mir nicht 100%ig bekannt. Als ich sie kaufte, war sie komplett in Kupferfarbe. Ob sie tatsächlich aus Kupfer angefertigt war, oder aus Messingguss, den man später verkupfert hatte, vermag ich nicht zu sagen. Da diese Lampen ursprünglich alle versilbert waren, habe ich diese Lampe selbst versilbert (Silberschicht ist leider ziemlich dünn, unter starker künstlicher Beleuchtung scheint die Kupferoberfläche etwas durch).

Die letzten zwei kleinen Lampen sind eindeutig aus Zinkguss. L.307 weist eine elegante Vasenform mit schönem, zurückhaltendem Art Nouveau-Dekor auf. Die Lampe ist versilbert. Daher habe ich auch den Schirmreif und den Brenner passend versilbert. Der kleine Vesta-Schirm verleiht der Lampe ein ungewöhnliches Aussehen, aber auch eine ungemein schöne Lichtwirkung. L.278 ist für mich ein in Metall gegossener, verspielter, heiterer Jugendstil von typisch französischer Art. Sie war früher auch versilbert. Ich musste sie allerdings neu bronzieren.

Auf dem nächsten Foto sind französische Dreifuß-Lampen (die ersten drei Lampen) sowie weitere Lampen aus Messingguss und Zinkguss zusammengestellt.

 

Französische Dreifuß-Lampen und andere Lampen aus Messing- bzw. Zinkguss
Von links: L.043 (SI Paris) – L.138 – L.194 – L.099 – L.131 / L.059 – L.179 – L.218 – L.050

 

Die erste Lampe im Foto, L.043, dürfte man nicht zu den klassischen Dreifuß-Lampen zählen, da ihre Konstruktion davon etwas abweicht. Hier wird das Glasbassin nicht in einem Ring eingehängt, sondern am Metallgestell unten eingeschraubt. Die Tulpe dürfte womöglich ein wesentlich älterer Öllampen-Schirm sein.

L.138 ist die klassische französische Dreifuß-Lampe mit ihren drei Trägerarmen und dem eingehängten Kristallbassin. Der schöne Kugelschirm aus Kristallglas verleiht der Lampe ein sehr vornehmes Aussehen. Auch die Lampe L.194 ist eine typische Dreifuß-Lampe. Die drei Trägerarme haben hier Widderköpfe und –beine. Die Vase aus Messingblech beinhaltet den Petroleumtank aus Eisenblech innen.

Die beiden nächsten Lampen sind aus Zinkguss angefertigt, den ich selbst bronziert habe. L.099 hat eine äußerst elegante Sockel/Säule-Kombination in einem sehr ansprechenden Jugendstil-Design. Die Lampe L.131 hat auch einen elegant geformten Sockel in Jugendstil. Ihr ungewöhnlich geformter, grüner Tulpenschirm hat die lange Reise von Australien zu uns gemacht.

L.059 besteht aus der klassischen Kombination aus einem schönen Fußteil aus Messingguss und einem schön dekorierten Glasbassin. Die Lampe bekam ihr eher deutsches Aussehen durch den hellgrünen Vesta-Schirm in Jugendstil-Form. L.179 hat einen verspielten, durchbrochenen Zinkguss-Sockel in Jugendstil und eine kurze Säule aus Alabaster. L.050 hat dagegen einen strengeren Sockel aus schwerem Messingguss mit neo-gotischen Stilelementen. Allen drei Lampen ist ihre äußerst angenehme Lichtwirkung eigen (dank der Vesta-Schirme).

Die hohe, elegante L.218 ist wiederum in opulentem Jugendstil angefertigt. Der Zinkguss-Lampenkörper ist schwer vernickelt. Die schmale, langgezogene Tulpe hat stilisierte Iris-Blumen als Dekoration.

Im nächsten Foto sind meine drei Parisienne-Lampen und die fünf Lampen der Sammlung mit den Champlevé-Elementen dargestellt.

 

Parisienne-Lampen und Lampen mit Champlevé-Teilen
Von links: L.107 – L.213 – L.282 / L.175 – L.122 – L.261 – L.036 – L.130

 

Die drei Lampen auf dem linken Foto sind klassische Parisienne-Lampen komplett aus Messingblech. Diese Lampen sind jeweils mit ihren Originalschirmen bestückt.

L.107 prunkt mit kleinen, farbig bedruckten Frauenmedaillons zusätzlich zu den Glas-Cabochons. Der Glasperlenbehang dieser Lampe wurde von Ara Kebapcioglu persönlich angefertigt. Die nächste Lampe L.213 ist mit ihrer Vase in Urnenform etwas ungewöhnlich für Parisienne-Lampen. Der Originalbehang aus Glasperlen war stark beschädigt und wurde von mir durch eine gehäkelte Bordüre ersetzt. Sicherlich ein faux-pas, aber ich scheute die immense Arbeit, einen Perlenbehang selbst anzufertigen. Der Perlenbehang der dritten Lampe L.282 ist in ungewöhnlichen Farben gehalten (in Goldgelb und Schwarz) anstatt die üblichen Grüntönen. Es könnte aber auch sein, dass man in späteren Versionen von der traditionellen Grünfarbe abgewichen ist.

Die fünf Lampen im rechten Foto haben sämtlich Dekorationselemente in Champlevé-Technik. Die erste, kleine Lampe, L.175, ist sogar komplett mit Champlevé-Bemalung mit verspielten Rokoko-Mustern veredelt. Diese Lampe trägt einen seltenen Kugelschirm von St. Louis, der die ausgesprochene Rokoko-Ornamentik der Lampe fast wiederholt.

Die elegante, schmale Säulenlampe L.122 hat eine Säule in Champlevé-Technik, die sehr akkurat und geschmackvoll angewendet wurde. Kapitell und Basis der Säule sind vermutlich vergoldet. Der Marmorsockel verleiht der Lampe das nötige Gewicht.

L.261 ist dagegen recht unkonventionell aufgebaut. Der große, fast flache Sockel und die Säule sind mit Champlevé-Teilen dekoriert. Das Glasbassin sowie die Tulpe harmonieren bestens miteinander.

L.036 hat einen quadratischen Sockel aus Messingguss und eine wiederum typisch französische Säule mit einem eiförmigen Onyx-Marmor. Die Kombination ist mit drei Champlevé-Elementen beschmückt. Die ziemlich schwere Lampe L.130 hat einen Sockel aus Onyx-Marmor und eine Säule aus Messingguss. Hier tragen zwei Champlevé-Ringe zum gefälligen Aussehen bei. Bei beiden Lampen habe ich hellgrüne Tulpenschirme neuer Produktion aus Polen eingesetzt, weil sie mit den Lampen farblich sehr gut harmonieren.

Das letzte Foto in diesem Unterkapitel zeigt meine beiden Schiebelampen von Peigniet-Changeur, sowie meine große Standlampe und die Hängelampe aus Frankreich.

 

Zwei Schiebe-Lampen, eine Standlampe und eine Hängelampe aus Frankreich
Von links: L.057 und L.154 (beide von Peigniet-Changeur) / L.023 / L.028

 

Im linken Foto sind zwei Schiebe- bzw. Studentenlampen des französischen Lampisten Peigniet-Changeur abgebildet. L.057 hat das klassische Porzellanbassin mit Renaissance-Verzierung in hellblauer Glasur. Der Sockel dieser Lampe hat die gewöhnliche Form der alten Peigniet-Lampen, ist aber komplett aus Gusseisen gefertigt. Die zweite Lampe von Peigniet-Changeur, L.154, ist vermutlich etwas später produziert, denn sie hat ein noch nicht angetroffenes Form- und Farbdesign. Ob der mitgelieferte, rosafarbige Vesta-Schirm ein Originalteil der Lampe ist, muss man noch eruieren.

Die mächtige, sehr aufwändig aus mehreren Messingguss-Teilen zusammengesetzte Standlampe L.023 trägt einen 18‘‘‘ Kosmos-Brenner von Wild & Wessel. Der mächtige Glasschirm mit einer Stoffbordüre ist mein Entwurf für diese Lampe. Alle anderen, käuflich erworbenen Schirme waren doch zu klein.

Die elegante Hängelampe L.028 besteht auch zum größten Teil aus Messingguss-Elementen. Der hier verwendete Einsatz-Lampe (die man auch separat als Tischlampe benutzen kann) hat eine Vase mit Renaissance-Motiven von Gien. Ich habe dieser Lampe einen großen 20‘‘‘ Regulus-Brenner mit Heber und Löscher vermacht.