© Arto Hanciogullari und T. Tsekyi Thür

Reinigung von Glas, Keramik und Porzellan

Die Glas- und Keramikteile (inkl. Porzellan) sollen mit haushaltsüblichen Geschirr-Spülmitteln gereinigt und mit Wasser klargespült werden. Ein sofortiges Trocknen ist ratsam besonders in Gegenden, die ein „hartes“ Wasser haben, um hässliche Kalkflecken zu vermeiden.

Manchmal bekommt man Majolika-Lampen, deren Majolika-Deckel des Petroleumtanks eine vernehmlich dunklere Färbung als der Rest der Vase aufweisen. Das ist kein Schmutz, sondern durch die Einwirkung des Petroleums mit der Zeit dunkler gewordene Glasur der Majolika. Glasuren sind manchmal – je nach chemische Zusammensetzung und Brenntemperatur – recht porös, bzw. mit Haarrissen überzogen, die man mit dem bloßen Auge kaum sehen kann. Petroleumdämpfe dringen durch diese Poren und bewirken eine dunklere Tönung der Farben. Das ist keine Qualitätsminderung.

 

Durch Petroleum dunkel getönte Majolika-Deckel

 

Bei manchen Lampen aus Glas, Keramik oder Porzellan entdeckt man leicht matte, etwas verschmutzt aussehende Oberflächen, die durch öfteres Anfassen der Lampe mit Händen (Hautfett!) und übrige Luftverschmutzung zustande kommen. Diese Oberflächen lassen sich sehr gut reinigen, indem man sie mit einem mit Aceton (erhältlich in Bauhäusern und Online-Handel) benetzten Stofflappen ordentlich reibt. Anstatt Stoff kann man auch Papier von einer Küchenrolle benutzen. Dadurch erhalten die glasierten Majolika- und Porzellanoberflächen ihren perfekten Glanz wieder zurück. Bevor man bemalte Partien einer Lampe mit Aceton reinigen will, sollte man bei einer versteckten Stelle den Test machen, ob Aceton die Farben auflöst oder verschmiert, denn manche Bemalungen sind nicht eingebrannt, sondern mit „Kaltfarben“ erstellt (was aber recht selten vorkommt). Siehe dazu Unterkapitel Glas bei Infoboxen.

 

Achtung! Erstens: Aceton ist brandgefährlich! Die Aceton-Dämpfe gehen sehr leicht in die Luft. Daher niemals offenes Feuer in der Nähe von Aceton haben! Zweitens: Aceton geht sehr leicht durch die Haut durch. Mit Aceton benetzte Hautpartien und Fingernägel entfetten stark, da das Aceton ein hervorragender Fettlöser ist. Man sollte bei längerer Arbeit mit Aceton Gummihandschuhe (erhältlich in allen Drogerien und Bauhäusern) tragen und nach der Arbeit die Haut und die Nägel mit geeigneten Cremes wieder einfetten. Drittens: Eingeatmete Aceton-Dämpfe verursachen Benommenheit! Ich empfehle, längere Arbeiten mit Aceton nach Möglichkeit im Freien oder zumindest vor dem weit geöffneten Fenster zu verrichten.

 

Manchmal gibt es in den kleinen Vertiefungen bzw. entlang der dick aufgetragenen Pinselstrichen einer pastösen Malerei auf Glasbassins oder in den Vertiefungen von stark reliefierten Majoliken eine dunkelbraune, fast schwarz gewordene und vertrocknete Verschmutzung, die durch die Vermischung der Petroleumdämpfe mit der üblichen Luftverschmutzung (z.B. Staubpartikel) zustande kommt. Während bei der normalen Reinigung durch Staubwischen etc. die erhabenen Teile der Malerei fortwährend gewischt und gesäubert werden, bleibt diese Verschmutzung in den feinen Vertiefungen zurück und verharzt mit der Zeit, wird also fest. Auch diese schwärzliche Verschmutzung kann leicht mit Aceton gelöst und entfernt werden. Dazu empfehle ich normale Wattestäbchen (zur reichlichen Benetzung der Vertiefungen mit Aceton) und spitze Zahnstocher aus Holz (zur Entfernung des aufgeweichten Schmutzes aus den Vertiefungen) zu verwenden, aber niemals Messerspitzen und andere scharfe, metallene Gegenstände. Eventuell sind diese Verkrustungen so hartnäckig, dass man die Reinigungsprozedur wiederholen muss, bis die Vertiefungen wirklich sauber sind. Wer seine Lampen liebt, muss geduldig an ihnen arbeiten.

Manchmal gibt es einen dünnen Schmutzfilm auf den glatten Glasteilen einer Lampe oder auf ihrem Schirm, der durch normale Spülmitteln nicht entfernt werden kann. Dies könnte zum Beispiel Reste einer Klebeetikette sein, oder irgendeine klebrige Flüssigkeit, die vertrocknet ist. In diesen Fällen kann man sowohl Aceton als Lösemittel, als auch ein Silber- und Messingputzmittel anwenden, um solche Flächen gründlich zu reinigen.

Oft weisen Glasbassins innen hartnäckige, dunkle, rötlich-braune Verschmutzungen auf, die von jahrzehntelangem Gebrauch von minderwertigem, unreinem Petroleum herrühren, das verharzte Rückstände hinterließ. Diese Schmutzteile können leicht mit einigen Spritzern Scheuermilch (gibt’s in Drogerien und Supermärkten) und einer länglichen Zylinderbürste, die man in der Mitte etwas gebogen hat, um an alle Ecken des Tanks zu gelangen, entfernt werden. Größere Verkrustungen kann man auch mit Aceton beseitigen. Die Zylinderbürsten kann man entweder in gut sortierten Bauhäusern oder von Bürstenhändlern kaufen. Versand-Handel Stuga-Cabaña  (siehe Literatur und Quellen) bietet sie auch in mehreren Größen. Hat man keine Zylinderbürste zur Hand, kann man sich mit normaler Spülbürste mit ovalem Kopf (passt gerade durch den 39,5 mm Vasenring) oder mit ausgedienten Zahnbürsten für kleinere Öffnungen helfen. Mit solchen Bürsten erreicht man allerdings nicht alle Winkel; man kann sie ja nicht beliebig verbiegen.

Die Reinigung der Glaszylinder von innen erfordert ebenfalls eine Zylinderbürste in einer geeigneten Größe, die man ordentlich nass gemacht und 2-3 Spritzer eines üblichen Geschirrspülmittels darauf verteilt hat. Man sollte bei der Reinigung der Zylinder Vorsicht walten lassen; insbesondere die älteren Exemplare sind aus dünnem Glas und zerbrechen leicht, wenn man kräftigen Druck ausübt bzw. die Bürste verkantet betätigt. Die Außenoberfläche des Zylinders kann man leicht mit einem Spülschwamm und paar Spritzern Geschirrspülmittel reinigen. Falls der Zylinder eine bedruckte Marke hat, sollte man gerade auf dieser Marke nicht kräftig reiben; die bedruckte weiße Druckfarbe wird dabei immer mehr abgerieben.

 

Reinigung der Steine

Viele Lampen haben neben ihren Glas-, Keramik- und Metallteilen auch Partien, die aus Steinsorten wie Marmor, Alabaster, Schiefer oder Serpentin bestehen. Das sind oft Säulen- und Sockelteile. Ihre Reinigung ist relativ einfach, sofern sie nicht aus Schiefer oder Alabaster bestehen. Alle Steine außer Alabaster sind gegen Wasser, handelsübliche Spülmittel und organische Lösemittel wie Aceton völlig resistent. Man kann sie mit Seifenlauge und Spülmittel leicht reinigen. Stärkere Verschmutzungen sollten evtl. über Nacht in Seifenlauge aufgeweicht werden. Nach dem Reinigen, Trocknen und Polieren glänzen die Teile aus Marmor und Serpentin wieder, wenn keine äußerlichen Beschädigungen vorhanden sind. Etwas matt gewordene oder zerkratzte Stellen kann man sogar mit sehr feiner Stahlwolle behutsam polieren und nachher mit dem Messingputzcreme behandeln.

Schiefer wurde früher oft bei den hochwertigen Lampen als Steinsockel verwendet. Man kann Schiefer relativ leicht erkennen, wenn die Oberfläche des Steinsockels mit einem schwarzen Glanzlack überzogen ist. Schiefer ist von Natur aus relativ weich (daher leicht schleifbar), je nach Vorkommen grau bis anthrazitfarben und matt bis fettig-glänzend. Daher sind die Schiefer-Sockel der Petroleumlampen immer zusätzlich glänzend schwarz lackiert. Ist diese Oberfläche verschmutzt, stumpf geworden oder gar beschädigt, muss man evtl. die komplette beschädigte Oberfläche abschleifen und anschließend wieder mit einer geeigneten schwarzen Farbe lackieren (um Pinselstriche zu vermeiden, sollte man eher einen Spraylack verwenden). Fein geschliffene Oberflächen von Schiefer können auch gewachst werden. Hierzu habe ich mit Erfolg folgende Methode angewendet: Ein handelsübliches Möbelwachs (z.B. Antikwachs von Clou®) habe ich mit sehr feinem Kohlenstaub schwarz gefärbt und damit die Schiefer-Oberfläche gründlich gerieben. Sehr feinen Kohlenstaub für Künstler gibt es bei Boesner Gmbh, einer stark expandierenden Kette von Geschäften für hochwertige Künstlerbedarf-Artikel, mittlerweile mit vielen Filialen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich vertreten. Der Vorteil des Möbelwachses ist die Möglichkeit nachträglicher Politur mit einem Stofflappen, so dass eine seidenglänzende Oberfläche entsteht.

Bei Alabaster dagegen will ich von wasserhaltigen Mitteln abraten. Alabaster ist ein natürlich vorkommendes Calciumsulfat (= Gips) und ist daher geringfügig wasserlöslich. Jede Behandlung mit wässrigen Mitteln löst eine hauchdünne Schicht von der Alabaster-Oberfläche ab, und übrig bleibt ein mattes Aussehen. Alabaster ist relativ weich und sehr leicht schleifbar. Ist Alabaster oberflächlich stark verschmutzt, empfehle ich zunächst ein sehr behutsames Schleifen dieser Partien, bis die verschmutzte Schicht abgeschliffen ist. Als Schleifmittel kann sehr feines Schleifpapier (600’er oder gar höher in der Feinheit) oder feinste Stahlwolle genommen werden. Nach dem Schleifen soll man die geschliffene Stelle (oder die ganze, matt gewordene Oberfläche) mit einem Messingputzmittel (z.B. Centralin® oder Mellerud®) abreiben und gleich darauf mit einem mittelweichen Tuch kräftig trockenreiben. Das Ergebnis ist überraschend gut: Die Alabaster-Oberfläche glänzt wieder!

Säurehaltige Putzmittel wie Essigreiniger, Zitronen-Spülmittel, usw., dürfen nicht mit Marmor- und Alabaster-Oberflächen in Kontakt kommen, denn diese Steine reagieren mit jeder Säure (sie lösen sich darin auf). Übrig bleiben matt-raue Oberflächen, die nur mühsam erneut poliert werden können.